Künstliche Intelligenz, Urheberrecht und die Suche nach ethischen LösungenKünstliche Intelligenz, Urheberrecht und die Suche nach ethischen Lösungen

Künstliche Intelligenz, Urheberrecht und die Suche nach ethischen Lösungen: Künstliche Intelligenz (KI) ist auch weiterhin ein Feld, das ständig in Bewegung ist, voller Innovationen und kontroverser Diskussionen. Ein besonders heißes Eisen in dieser Debatte ist die These von Ed Newton Rex, einem Experten an der Schnittstelle von generativer KI und Musikschöpfung. Er argumentiert, dass KI die Fähigkeit haben sollte, alles zu lernen, was möglich ist – ein Prinzip, das auch beim menschlichen Lernen Anwendung findet. Aber wer ist Ed Newton Rex genau, und warum ist seine Meinung so relevant?

Wer ist Ed Newton Rex?

Ed Newton Rex hat sich einen Namen gemacht als Pionier im Bereich der KI-generierten Musik. Er gründete Jukedeck, ein Unternehmen, das Musik für Videos, Fernsehen, Radio, Podcasts und Spiele generiert.

Jukedeck war eine Plattform, die künstlich generierte Musik anbot, die speziell für Videos, Werbung und andere Anwendungen erstellt wurde. Sie verwendeten KI-Algorithmen, um Musik in verschiedenen Stilen und Genres zu generieren. Im Jahr 2019 wurde Jukedeck von TikTok übernommen, und seitdem ist die Plattform nicht mehr aktiv. Nach der Übernahme von Jukedeck durch ByteDance im Jahr 2019, leitete er das europäische KI-Labor und übernahm später die Produktleitung in Europa für TikTok. Aktuell ist er als VP of Audio bei Stability AI tätig, wo er und sein Team mit Stable Audio ein neues Produkt für die Generierung von KI-Musik auf den Markt gebracht haben. Diese Innovation ermöglicht es Musikern, mithilfe modernster KI-Modelle Originalmusik zu generieren.

Heute, 11.2.2024, erschien auf seiner Website die Nachricht, dass das TIME Magazin Stability AI eine der wichtigsten Innovationen im Jahr 2023 war. Konkret schreibt Ed Newton Rex:

Stable Audio, das Produkt, das mein Team bei Stability AI entwickelt hat, wurde neben Erfindungen wie OpenAIs GPT-4, Apples Vision Pro und der Las Vegas Sphere zu einer der besten Erfindungen des Jahres 2023 von TIME ernannt. Hier ist, was TIME darüber schrieb:

Mit der Kraft der generativen KI kann Stable Audio, kreiert von Stability AI, nahezu jeden gewünschten Sound oder Song mit ein paar einfachen Textbefehlen erstellen. (Das Eingeben von „ambient techno, drum machine, peaceful, instrumental“ zum Beispiel führte zu einem entspannten, New-Age-Track, der in einer schicken Lounge nicht fehl am Platz wäre.) Das Modell wurde mit einem Datensatz von einer Stock-Audio-Website trainiert (also ist alles legal), der mehr als 800.000 Audio-Dateien umfasst, die zusammen 20.000 Stunden ergeben, und kann sowohl für professionelle als auch für Amateurprojekte verwendet werden.“

Kurz: Der Mann weiß, wovon er spricht – und haut keinesfalls leichtfertig Statements raus. Um so bemerkenswerter ist die These, die der Mann zur Diskussion stellt:

Die These von Ed Newton Rex

Auf der Plattform X (ehemals Twitter) teilte Ed Newton Rex seine provokative Sichtweise:

Menschen sagen oft, KI sollte in der Lage sein, alles ohne Zustimmung zu lernen, denn so lernen auch Menschen. Warum sollte das Urheberrecht das Lernen der KI stoppen, aber nicht das der Menschen?

Dies ist aus mindestens zwei Gründen eine falsche Gleichsetzung.

Erstens, KI ist skalierbar. Eine einzelne KI, die mit allen Inhalten der Welt trainiert wurde, kann genug Output produzieren, um die Nachfrage nach einem Großteil dieser Inhalte zu ersetzen. Kein einzelner Mensch kann in dieser Weise skalieren.

Zweitens ist das Lernen von Menschen Teil eines lang etablierten sozialen Vertrags. Jeder Schöpfer, der ein Buch schrieb, ein Bild malte oder ein Lied komponierte, tat dies in dem Wissen, dass andere daraus lernen würden. Das war einkalkuliert. Das ist definitiv nicht der Fall bei KI. Diese Schöpfer haben ihre Werke nicht erschaffen und veröffentlicht in der Erwartung, dass KI-Systeme daraus lernen und dann in der Lage sein würden, konkurrierende Inhalte im großen Maßstab zu produzieren. Der soziale Vertrag war nie für den Akt des KI-Trainings vorhanden.

Das Training von KI ist ein anderes Vorhaben als das menschliche Lernen, basierend auf unterschiedlichen Annahmen und mit unterschiedlichen Auswirkungen. Es sollte dementsprechend behandelt werden.

Die Meinungsvielfalt zur KI-Debatte

Die Debatte um die Fähigkeiten und Grenzen künstlicher Intelligenz (KI) und deren Vergleich mit menschlichem Lernen entfacht unterschiedliche Meinungen unter Experten und Interessierten. Während einige die potenziellen Vorteile und die Notwendigkeit der Weiterentwicklung von KI hervorheben, betonen andere die ethischen, rechtlichen und kreativen Dilemmata, die mit dieser Technologie einhergehen. Diese Vielfalt an Perspektiven zeigt, wie wichtig und komplex die Diskussion ist. Die Nutzer finden es richtig, diese Debatte zu führen, erkennen jedoch auch die unterschiedlichen Ansichten, die sie mit sich bringt.

„Nirmal Patel“: „So viele kluge Menschen scheitern daran, diesen Punkt zu sehen.“

Bapic: „Gute Punkte, Ed. Ich denke, es gibt ein riesiges Missverständnis rund um die Originalschöpfung, und ich mache mir Sorgen, dass Schöpfer und andere sich erst dann darum kümmern werden, wenn es zu spät ist. Wie denkst du, können wir deutlich machen, wie die Zukunft dieser Industrie aussehen wird, um andere zu bilden?“

Nazım ‚Olmeca‘ Adaklı: „Das Skalierungsargument funktioniert nicht, da die Automatisierung menschlicher Arbeit nie ein guter Grund war, nicht zu automatisieren. Der soziale Vertrag ist ein interessantes Argument, aber dann benötigen wir neue Urheberrechtsgesetze, die auf dem alten Vertrag basieren.“

Walter Lynsdale: „KI skaliert… genau deshalb hat sie so viel Potenzial. Wenn wir einen Kompromiss bei der Interpretation und den Bedingungen erreichen, können wir alle weitermachen und es nutzen, um größere, bessere Dinge zu machen. Dieser Multiplikator könnte für Bilder, Text, Code, 3D, Bewegung usw. verfügbar sein… Wollen wir nicht in dieser Welt leben?“

Chuckk Hubbard: „Wenn man Äpfel mit Äpfeln vergleicht, ist das Lernen einer Person grundlegend anders als das Kopieren von Werken, um Software zu erstellen. Unabhängig davon, was KI ‚dürfen‘ soll, ist es einer Person nicht erlaubt, willkürlich zu kopieren, um Software zu machen.“

Web Rant: „KI wird vollständig von konzentriertem Kapital gebaut, besessen und kontrolliert. Um noch mehr davon zu machen.“

Florian Georg: „Hämmer skalieren. Ein einziger Hammer treibt mehr Nägel in die Wand als der begabteste Mensch der Welt mit seinen bloßen Händen. Hämmer werden das uralte Handwerk des Handnagelns ersetzen.“

Chuckk Hubbard: „Ich würde ihnen nicht einmal das zugestehen. Es sind menschliche Gehirne beteiligt, wenn KI erstellt wird, aber sie lesen oder lernen nicht. Sie kopieren. Was auch immer die Software tut, ändert nichts an der Tatsache, dass es Software ist. Ein KI-Modell ist ein Werk, kein Autor. Ein Werk, das durch Kopieren erstellt wurde.“

BI: „Interessante Ansicht, aber entweder unehrlich oder naiv. Es ist unehrlich, wenn dir eigentlich die verlorenen Arbeitsplätze und nicht die Moral am Herzen liegen. Es wäre dir egal, wenn es LKW-Fahrer oder Klempner ersetzen würde. Es ist naiv, wenn du denkst, Datensätze könnten nicht aus Künstlern erstellt werden, die sich selbst verkaufen.“

Day Leitao, Latina/Brasilianische YA-Autorin: „Menschen lernen nicht durch Anschauen, sie lernen durch Training. Deshalb gibt es Tutorials, Schulen, Handbücher. Menschen benötigen die Werkzeuge und Ressourcen, um Kunst zu produzieren. Die richtigen Pinsel, die richtige Kamera, die richtige Beleuchtungsausrüstung. KI benötigt nichts davon. Es gibt keinen Vergleich.“

Pascale Fung: „KI erschafft nichts ohne menschliche Aufforderungen. Die Schöpfung eines Künstlers mit KI ist im Wesentlichen nicht anders als die von digitaler Kunst oder fotografischer Kunst, die ebenfalls skalierbar sind. Es wird nichts ‚kopiert‘ durch KI-Kunst, so wie nichts ‚kopiert‘ wird durch fotografische oder digitale Kunst.“

Fazit: Künstliche Intelligenz, Urheberrecht und die Suche nach ethischen Lösungen

Die intensive Debatte um die Lernfähigkeiten von Künstlicher Intelligenz (KI) und deren Vergleich mit menschlichem Lernen hat weitreichende Implikationen für Urheberrecht, Ethik und kreative Arbeit. Die Gespräche zwischen KI-Entwicklern, Künstlern und der Gesellschaft unterstreichen die Dringlichkeit, gemeinsame Grundlagen und möglicherweise neue rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die den heutigen Realitäten gerecht werden. Dabei wird klar, dass die Herausforderung weit über technologische Aspekte hinausgeht und tief in Fragen der Ethik, der Kreativität und der zukünftigen Arbeitswelt verwurzelt ist. KI bietet das Potenzial, unsere Welt auf unvorstellbare Weisen zu bereichern und zu verändern, doch mit großer Macht kommt auch große Verantwortung.

Das Urheberrecht spielt dabei eine zentrale Rolle, denn es schützt die Rechte und Interessen von Schöpfern und Künstlern – ein Prinzip, das in einer Zeit entstanden ist, in der die Vorstellung von lernenden Maschinen reine Science-Fiction war. Diese Gesetze sind extrem wichtig, um die Kreativität und den Fortschritt in der Kunst und Kultur zu sichern. Sie garantieren, dass Künstler für ihre Arbeit entlohnt werden und dass ihre Schöpfungen nicht ohne Zustimmung verwendet oder reproduziert werden können. Doch in einer Ära, in der KI Inhalte generieren kann, die mit menschlicher Schöpfung konkurrieren oder diese sogar übertreffen, stoßen diese traditionellen Gesetze an ihre Grenzen.

Die Diskussion zeigt, dass eine Anpassung des Urheberrechts oder die Schaffung neuer Gesetze notwendig sein könnte, um der aktuellen technologischen und ethischen Landschaft gerecht zu werden. Solche Anpassungen könnten dabei helfen, einen fairen Ausgleich zwischen dem Schutz geistigen Eigentums und der Förderung von Innovation und Fortschritt durch KI zu finden. Es geht darum, einen Weg zu finden, der die Rechte der Künstler wahrt, ohne die Entwicklung und Nutzung von KI in kreativen Prozessen unnötig einzuschränken.

Die zukünftige Gestaltung dieser rechtlichen Rahmenbedingungen wird entscheidend sein, um eine Balance zwischen der Bewahrung der künstlerischen Integrität und der Ermöglichung neuer Formen der Kreativität durch KI zu finden. Ein Dialog, der alle Beteiligten einbezieht – von KI-Entwicklern über Künstler bis hin zu Rechtsexperten und der breiten Öffentlichkeit – ist essenziell, um Lösungen zu entwickeln, die sowohl ethisch vertretbar als auch praktisch umsetzbar sind. Nur so kann sichergestellt werden, dass KI als eine Kraft für das Gute genutzt wird, die die menschliche Kreativität ergänzt und erweitert, anstatt sie zu ersetzen oder zu untergraben.

Quelle: X, Ed Newton Rex Website, Ed Newton Rex auf X

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